Infusion
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Die Bezeichnung Infusion leitet sich ab von infundere (lat. = hineingiessen) und meint das langsame, meist tropfenweise Einfliessen grösserer Flüssigkeitsmengen in den Körper unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes. Die Infusion wird zur Flüssigkeits- und/oder Arzneimittelgabe angewendet.
Im klinischen Sprachgebrauch versteht man unter Infusion meist die intravenöse Infusion (in eine Vene hinein). Ausnahme: Eine Langzeitinfusion ist auch subcutan möglich.
Wird Blut infundiert, so spricht man von einer Transfusion.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Arten der Infusion
[Bearbeiten] Nach Applikationsort
- intravenöse Infusion:
- in eine Vene, peripher und zentral
- gängigste/häufigste Methode
- Intrarterielle Infusion:
- werden nur selten gegeben, z.B. in der Angiologie bei arteriellen Durchblutungsstörungen
- Die infundierte Flüssigkeit gelangt direkt in den Kreislauf
- subkutane Infusion:
- in die Unterhaut (Bauch oder Oberschenkel)
- wird meist im ambulanten Bereich bzw in der Geriatrie durchgeführt
- intraossäre Infusion:
- Infusion in einen Röhrenknochen, z.B. Tibia,
- werden im Notfall und hier vorwiegend bei Kindern durchgeführt
[Bearbeiten] Nach Applikationsart
[Bearbeiten] Nach Applikationsdauer
[Bearbeiten] Dokumentation
Alle Infusionen müssen mit Mengenangaben (in ml) und Medikamentenzusätzen (z.B. KCL in mval oder Euphillin in mg) in der Kurve dokumentiert werden. Ferner ist die Dauer der Infusion zu vermerken, in bestimmten Fällen auch die Tropfgeschwindigkeit. Im Rahmen einer langfristigen Infusionstherapie oder auch innerhalb der Intensivtherapie ist ein Überwachungsbogen anzulegen, der folgende Angaben enthalten muß: Zeitangabe, Datum, Vitalzeichen (RR, Puls, usw.), Temperatur, Einfuhr und Ausfuhr, Besonderheiten (Blässe, Zyanose, kalter Schweiß usw.)
Die genaue Durchführung der Dokumentation begründet sich durch folgende Punkte:
- um die Therapie und den Verlauf nachvollziehen zu können
- zur rechtlichen Absicherung
[Bearbeiten] Hygiene
Eine Infusion überwindet durch die Punktion und Katheter die Hautbarriere. Daher ist im Umgang mit Infusionen auf eine penible Hygiene zu achten! Allen Manipulationen am System geht eine hygienische Händedesinfektion voran, eine strenge Asepsis ist oberstes Gebot! Das System wird laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts routinemäßig erst nach 72 h gewechselt, bei Verwendung lipidhaltiger Infusionslösung allerdings schon nach 24 Stunden. Dekonnektionen sind zu vermeiden. Müssen regelmäßig Medikamente zugespritzt werden (z.B. auf der Intensivstation), muß eine Hahnenbank oder ein Injektionsport eingebaut sein.
[Bearbeiten] Beobachtungen
Der Patient sollte während der Infusion auf Veränderungen beobachtet werden, und zwar in Hinblick auf
- Zustand des Patienten: Angst, Unruhe, Übelkeit, Schwindel
- Hauterscheinungen: Rötung, Blässe, Exanthem, Schwellung/Ödem
- Vitalzeichen: rasender Puls (Tachykardie), veränderte Atmung (Dyspnoe oder auffallend niedrige Atemfrequenz), hoher oder sehr niedriger RR, plötzlich erhöhte Temperatur oder Fieber
Die oben aufgeführten Beobachtungen begründen ein Abbrechen der Infusion und eine Verständigung des Arztes !!!
[Bearbeiten] Ursachen
- Unverträglichkeits- oder allergische Reaktion (ausgelöst z.B. durch Antibiotika, Plasmaexpander)
- Überdosierung (z.B. Elektroyte)
- Hyperhydratation /Lungenödem durch zu schnelles Einlaufen Flow der Flüssigkeit
- Infusion läuft para (nicht in das dafür vorgesehene Blutgefäß)
- Infektion
[Bearbeiten] weitere Beobachtungen
- Tropft die Infusion störungsfrei?
- Wo sind Defekte zu suchen ?
- Stimmt die eingestellte Tropfenzahl noch?
- Ist das Infusionssystem noch dicht?
- Läuft Blut zurück? (RR-Anstieg, hängt Infusion zu niedrig?)
- Sind Ausfällungen oder Trübungen der Lösung festzustellen?
- Läuft die Infusion überhaupt nicht mehr?
- Ursachen: Schlauchverbindungen sind abgeknickt, Venenkatheter ist abgeknickt, Lageposition hat sich verändert (Inf. stoppen, sofort Arzt informieren), Venenkatheter ist verstopft (Inf. stoppen, sofort Arzt informieren)
- Hat der Patient Beschwerden oder Schmerzen?
- Infusion läuft paravenös ("neben" die Vene)
- ungünstige Lage des Armes
[Bearbeiten] Siehe auch
- Flüssigkeitsgabe in der Terminalphase
- Medikationsfehler auf Intensivstationen
- Parenterale Ernährung
- Port-System
- Zentralvenenkatheter (ZVK)
- Klinische Aspekte der IV Therapie / Infusionstherapie:[1]
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